Verbesserter Mutterschutz für Klinikärztinnen

Erleichterung für schwangere und stillende Klinikärztinnen: Mit dem zum Jahreswechsel in Kraft getretenen reformierten Mutterschutzgesetz (MuSchG) ergeben sich für sie mehr Freiheiten – wenn der Arbeitgeber mitspielt. Vor allem für betroffene Ärztinnen in Weiterbildung schafft das modifizierte MuSchG neue Perspektiven. Denn bisher gaben nicht wenige Ärztinnen aufgrund des Beschäftigungsverbotes ihre Facharztkarriere zugunsten der Familie auf.

Chirurginnen hoffen besonders

Wie der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) mitteilt, gibt es nach den Erfahrungen niedergelassener Frauenärztinnen seit der Einführung der Gefahrstoffverordnung zum MuSchG mehr Beschäftigungsverbote als zuvor. Insbesondere die im Zuge der Gesetzesreform angestrebte Reduktion von bisher oftmals ungerechtfertigten Beschäftigungsverboten – von vielen Ärztinnen als „Berufsverbot“ erlebt und nicht selten ausschlaggebend dafür, dass sie keine Weiterbildung in einem chirurgischen Fachgebiet anstrebten – wird bei tatsächlicher Umsetzung ein großer Fortschritt sein, so der DÄB. 
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Schutzfristen verlängert

Das MuSchG sieht für angestellte Klinikärztinnen – egal, ob in Voll- oder Teilzeit tätig – den Anspruch auf eine viermonatige Kündigungsschutzfrist im Zuge einer Fehlgeburt vor, die nach der zwölften Schwangerschaftswoche erfolgt ist. Die Schutzfrist nach der Geburt eines Kindes mit Behinderung wird bei entsprechendem Antrag von acht auf zwölf Wochen verlängert, weil die Geburt für die Mutter oft mit besonderen körperlichen und psychischen Belastungen verbunden ist, so das Bundesfamilienministerium.
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Privatversicherte besser abgesichert

Werdende Mütter dürfen in den letzten sechs Wochen vor der Entbindung nur mit Einwilligung und bis zum Ablauf von acht Wochen (bei Früh- und Mehrlingsgeburten bis zum Ablauf von zwölf Wochen) nach der Entbindung gar nicht beschäftigt werden. Für privat versicherte angestellte Ärztinnen interessant ist, dass sich ihre finanzielle Absicherung während der Mutterschutzfristen mit der Mutterschutzreform verbessert hat. Sie haben jetzt während der mutterschutzrechtlichen Schutzfristen Anspruch auf Krankentagegeld zur Kompensation ihres Verdienstausfalls.
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Neuer Ausschuss für Mutterschutz

Das reformierte MuSchG sieht die Einrichtung eines Ausschusses für Mutterschutz vor. Dieser soll laut Bundesfamilienministerium für die verschiedenen Branchen unter anderem Art, Ausmaß und Dauer der möglichen unverantwortbaren Gefährdung einer Schwangeren oder Stillenden ermitteln. Ferner soll er sicherheitstechnische, arbeitsmedizinische sowie arbeitshygienische Regeln zum Schutz der schwangeren oder stillenden Frau und ihres Kindes aufstellen.
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Besondere Vorsicht bei OP

  • nur elektive, nachweislich nicht infektiöse Patienten zu betreuen
  •  ausschließliche für unter vier Stunden dauernde OP eingeteilt zu werden
  • nicht an Lagerungsmaßnahmen beteiligt zu werden.
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