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Schlaganfall oder TIA?
28.01.2021

Schlaganfall oder TIA?

„Ich saß eigentlich ganz entspannt am Schreibtisch. Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass ich meinen Körper nicht mehr kontrollieren kann. 
So beschreibt der 35-jährige Thorsten B. den Morgen als ihm ganz plötzlich richtig unwohl wurde. 

"Ein schreckliches Gefühl. Ich konnte nichts mehr sehen und hatte Schwierigkeiten mit meinem Kollegen zu sprechen. Gott sei Dank waren die Kollegen auf Zack und haben gleich den Notruf gewählt.“

Gut, wenn in diesem Augenblick jemand in der Nähe ist, der die Zeichen richtig deutet. Denn was im ersten Augenblick vielleicht nur etwas beunruhigend daherkommt, kann auf eine lebensbedrohliche Situation hindeuten. 

Die Symptome sind für den Laien schwer zu unterscheiden

Eine sogenannte TIA (transitorische ischämische Attacke) oder auch Mini-Schlaganfall, klingt nach ein paar Minuten meistens vollständig und ohne Schäden ab.

Doch ob TIA oder Schlaganfall - für den Betroffenen kann die Situation lebensgefährlich werden. Und deswegen gilt: Lieber einmal zu viel Hilfe geholt. 

Denn bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Je länger die Durchblutung gestört ist, desto schlimmer die Schäden im Gehirn und die daraus resultierenden Folgen.

Die häufigsten Schlaganfall Symptome im Überblick

Wie unterscheidet man nun das eine vom anderen? Im Akutfall und für den Laien ist das nicht möglich. Daher sollten Sie den Betroffenen so schnell wie möglich in eine Stroke Unit bringen. 

Denn diese haben sich auf die Diagnose und Behandlung von Schlaganfällen spezialisiert und können die auftretenden Symptome schnell einordnen.

Symptome, die sowohl bei einer TIA als auch einem Schlaganfall auftreten können, sind:

Sprach- und Verständnisstörungen

Eine stockende, verwaschen klingende oder lallende Sprache kann ein Zeichen für einen leichten Schlaganfall sein. In manchen Fällen spricht der Betroffene im Telegramm-Stil oder er versteht nicht, was ihm gesagt wird.

Lähmung oder Taubheitsgefühle

Ein ganz typisches Symptom ist ein herabhängender Mundwinkel, auf den der Betroffene keinen Einfluss hat, also eine Lähmung des entsprechenden Gesichtsmuskels. Des Weiteren können Lähmungserscheinungen und/oder Taubheitsgefühle ein –oder beidseitig an jeder Stelle des Körpers auftreten.

Sehstörungen

Eine plötzliche Einschränkung des Gesichtsfeldes, Dinge oder Personen die man nicht mehr sehen kann. Oder ein Sturz aufgrund der plötzlichen Sehstörung können auf einen Schlaganfall zurückzuführen sein. Manchmal fehlt das räumliche Sehen oder es entstehen Doppelbilder.

Schwindelgefühl 

Dreh- oder Schwankschwindel mit einem unsicheren Gang oder das Gefühl in einem Fahrstuhl schnell nach unten zu fahren können Symptome eines Schlaganfalls sein.

Starke Kopfschmerzen

Extrem heftige Kopfschmerzen verbunden mit Übelkeit und Erbrechen zählen ebenfalls zu den verdächtigen Symptomen. Sie können auch auf eine Hirnblutung hindeuten.

Krankheitsverlauf und Prognose

Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird, desto größer sind die Chancen, keine dauerhaften Schäden zurück zu behalten.

Dies gelingt mittlerweile aufgrund des medizinischen Fortschritts (Auflösung oder Beseitigung von Thromben selbst in den kleinsten Adern) immer besser.

Wie sich ein Schlaganfall bei Frauen und Männer unterscheidet

Allerdings zeigen neueste Studien, dass es sowohl bei den Risiken als auch der Diagnostik sogenannte genderspezifische Unterschiede gibt. Verlauf und Prognose hängen also tatsächlich davon ab, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt.

So zeigen die Daten unter anderem, dass Frauen häufig im höheren Lebensalter von Schlaganfällen betroffen sind und dass sie nach Ablauf eines Jahres sechsmal häufiger in einer Pflegeeinrichtung untergebracht werden, weil es zu Folgeschäden kommt.  

Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Bewegungsmangel betreffen Männer und Frauen gleichermaßen. Generell achten Frauen meistens mehr auf ihre Gesundheit und die notwendige Vorsorge. In der Regel pflegen sie auch einen gesünderen Lebensstil, beispielsweise wenn es um die Ernährung geht. 

Allerdings erklärt der unterschiedliche Lebensstil nicht alles. Daher scheinen auch geschlechtsspezifische Schutz- und Risikofaktoren zu existieren. Ein grundlegender Unterschied: Schlaganfall-Symptome zeigen sich bei Frauen nicht immer so eindeutig wie bei Männern. 

Wie äußert sich ein Schlaganfall bei Frauen?

Bei Frauen zeigt sich ein Schlaganfall oft durch ungewöhnliche Symptom-Kombinationen. Beispielsweise Schmerzen in der Brust in Kombination mit neurologischen Ausfällen wie Verwirrung oder Sprachstörungen.

Diese kann man auch bei Migräne oder einem Herzinfarkt beobachten. Symptome wie Bewusstseinsstörung, Verwirrung oder Schmerzen treten bei ihnen deutlich häufiger auf als bei den Männern.

Bei der Diagnose ordnet der Arzt sie jedoch nicht sofort einem Schlaganfall zu. Deswegen dauert es in der Regel länger, bis die betroffene Frau richtig behandelt wird. 

Wie äußert sich ein Schlaganfall bei Männern?

Schlaganfälle bei Männern treten oft mit den klassischen Symptomen auf: Lähmungen, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen etc. Allerdings, im Gegensatz zu den Frauen, größtenteils ohne Schmerzen.  

Schlaganfall Ursachen

In mehr als 80% der Fälle wird ein Schlaganfall durch den Verschluss einer Hirn-Arterie ausgelöst. In der Folge wird der Bereich nicht mehr ausreichend versorgt und die Nervenzellen bekommen zu wenig Blut und damit Sauerstoff. Sie sterben ab und der Mensch kann dadurch Fähigkeiten, wie sprechen oder laufen, verlieren. Weitere Ursachen:

Minderdurchblutung

Eine Durchblutungsstörung im Gehirn entsteht, wenn es nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Die Ursachen solcher Durchblutungsstörung sind vielfältig. So können Hindernisse im Gefäß,  z. B. eine Verengung der Halsschlagader, Plaques an den Gefäßwänden, Einrisse oder Einblutungen in die Gefäßwand die Ursache darstellen.

Hirnblutung

In seltenen Fällen kann eine Blutung im Hirn der Auslöser für einen Schlaganfall sein.

Seltene Schlaganfall-Ursachen

Arteriosklerose, also die Verengung von Blutgefäßen durch Ablagerungen, ist in den meisten Fällen für einen Schlaganfall verantwortlich.

Es gibt aber auch Erkrankungen, die indirekt damit in Zusammenhang stehen, wie Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) oder entzündliche Gefäßkrankheiten (Vaskulitiden). 

Ein weiterer Auslöser sind Krankheiten, die das Blut dickflüssiger machen oder zu einem Verklumpen des Blutes führen. Dazu gehören auch Dinge wie ein Hitzschlag oder ein Brech-Durchfall.

Alles Erkrankungen, die durch extremen Flüssigkeitsverlust zu einer Austrocknung des Körpers führen können.

Erste Hilfe bei einem Schlaganfall

Die große Frage nun: Was tun, wenn man den Verdacht hat, dass mein Gegenüber einen Schlaganfall hat? 

Der erste und wichtigste Schritt ist, den Notruf zu wählen. Wenn man jedoch Bedenken hat, weil man sich unsicher ist, gibt es einen einfachen Test, der schnell durchzuführen ist. 

Es handelt sich dabei um den sogenannten FAST-Test (Face, Arms, Speech, Time):

  • Face (Gesicht) – ein Mundwinkel hängt, der Betroffene kann auf Nachfrage nicht lächeln.
  • Arms (Arme) – wenn man darum bittet, die Arme nach vorn zu strecken und die Handinnenflächen nach oben zu drehen, funktioniert das nicht.
  • Speech (Sprache) – wenn man mit dem Betroffenen spricht, versteht er nicht und kann einfache Sätze nicht nachsprechen oder beantworten.
  • Time (Zeit) – fallen die oben genannten Proben positiv aus, gilt es spätestens jetzt keine Zeit zu verlieren und den Notarzt zu holen.

Von Case-Management zu Home-Care

Im Fall von Stefan B. war der Spuk nach einer halben Stunde und einer Nacht auf der Überwachungsstation der nächstgelegenen Stroke-Unit vorbei.

Doch in manchen Fällen dauert die Reha länger und es bleiben Folgeschäden, die eine weitere Behandlung oder eine Veränderung der Lebenssituation nötig machen.

Im Rahmen einer privaten Krankenversicherung kümmern wir uns nicht nur um die Behandlungskosten im Akutfall, sondern bieten Ihnen zahlreiche Services rund um die Gesundheit. 

Unsere Case-Manager kümmern sich in Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten um Ihren Fall und sorgen dafür, dass Ihre Erkrankung bestmöglich therapiert wird. 

Oder - falls es die Situation erfordert - kümmert sich der Bereich Home-Care darum, eine angemessene Pflege zuhause für Sie einzurichten. 

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