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Corona-Pandemie beeinflusst die Ernährung
20.04.2021

Corona-Pandemie beeinflusst die Ernährung

Fehlende Strukturen und psychische Belastung 

Nudeln und „rote Soße“ gibt es für Jannis heute zu Mittag. Das gibt es öfter mal. Oder eben ein Fertiggericht. Denn weder Mama noch Papa haben Zeit zu kochen. Sie arbeiten viel und wenn sie mal im Home Office sind, schaffen sie es in der Pause nicht ein komplettes Mittagessen zu kochen. Seit Corona fallen auch die warmen Mahlzeiten in den Schulen weg. Die gesunde Ernährung kommt oft bei der ganzen Familie zu kurz.

Die aktuelle Corona-Pandemie hat den Alltag der meisten Menschen im vergangenen Jahr auf den Kopf gestellt. Fehlende Strukturen, weniger soziale Kontakte, aber auch unsere Ernährung scheint darunter zu leiden. Das zeigen erste wissenschaftliche Erkenntnisse, die das Essverhalten von jungen Menschen und Erwachsenen seit Beginn der Corona-Krise untersucht haben.

Der Bildungsstand beeinflusst „Pandemie-Nebenwirkungen“

Dass es bei der Ernährung für viele Familien gerade schwierig ist, weiß Astrid Donalies von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. „Die Schere [geht] weiter auseinander“, sagt sie gegenüber der dpa, denn vor allem Kinder aus Familien mit niedrigem Bildungsstand und geringem Einkommen könnten die Leidtragenden der Pandemie-Nebenwirkung einer ungesünderen Ernährung sein. Wohlhabendere Familien legten im Lockdown großen Wert auf eine ausgewogene Ernährung. Mit niedrigem Bildungsstand fehle oftmals das Wissen als Basis wie man sich gesund ernähre. Daher seien für viele Familien die Mahlzeiten in Schule und Kita besonders wichtig, da sie teilweise nur hier eine ausgewogene Mahlzeit bekämen, so die Expertin.

Laut einer Studie Münchner Ernährungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sei zudem das Risiko der Gewichtszunahme während der Corona-Pandemie größer. Laut einer Umfrage unter ca. 1000 Familien hatten rund ein Viertel aller Eltern und neun Prozent der unter 14-jährigen Kinder im seit Beginn der Corona-Krise zugenommen. Wie die Expertinnen und Experten in ihrer Veröffentlichung im Fachjournal „Annals of Nutrition and Metabolism“ schrieben, seien es bei den über 10-Jährigen aus Familien mit niedrigem Bildungsstand sogar 23 Prozent.

Weniger Bewegung, mehr Snacks

„Die Kinder hocken mehr zu Hause rum. Sie bewegen sich zum Teil weniger und snacken mehr“, erläutert Autor Hans Hauner, Professor für Ernährungsmedizin an der Technischen Universität München, gegenüber der dpa. Ein Teil der Kinder greife öfter zu Obst und Gemüse. Ein weit größerer Kreis mit etwa einem Fünftel allerdings zu Chips, Schokolade und zuckerhaltigen Getränken.

Den ungesünderen Lebensstil seit Beginn der Corona-Krise konnte auch die bundesweite Studie belegen, die vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zur seelischen Gesundheit und dem Wohlbefinden von 7- bis 17-Jährigen durchgeführt wurde.

Hierfür hatte das Forschungsteams von Mitte Dezember 2020 bis Mitte Januar 2021 über 1000 Kinder und Jugendlich sowie über 1600 Eltern befragt. Dieser Befragung zufolge, aßen viele der 1000 jungen Menschen oft Süßigkeiten und ernährten sich ungesund. Zehnmal mehr Kinder trieben überhaupt keinen Sport – noch mehr als vor Beginn der Krise.

Experten befürchten daher, dass die Pandemie das bereits bestehende Problem des krankhaften Übergewichts bei Kindern und Jugendlichen verschärfen könnte. Das könnte auch langfristige Folgen haben, denn Studien zeigten, dass rund 80 Prozent der adipösen Jugendlichen auch im späteren Erwachsenenalter adipös blieben, so die Ernährungsexpertin Donalies. Die daraus resultierenden Langzeitfolgen seien ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Diabetes sowie Herzkreislauferkrankungen.

Der neue Rhythmus begünstigt Essstörungen

Eine weitere Folge der Corona-Krise bekommen viele Kliniken zu spüren: Essstörungen. Im Klinikum Nürnberg würden aktuell doppelt so viele Kinder und Jugendliche auf der psychosomatischen Kinderstation behandelt als vor der Pandemie. Vor allem Fälle von Magersucht seien deutlich gestiegen. Denn mehr Stress in den Familien, weniger soziale Kontakte, der Wegfall von festen Tagesstrukturen und dadurch auch von festen Mahlzeiten und Bewegung seien besondere Risikofaktoren, die Essstörungen begünstigen können.

All diese Faktoren begünstigen besonders für Kinder auch das Risiko an erhöhter psychischer Belastung. Vor allem der Lockdown habe die Situation verschärft, wodurch der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung deutlich gestiegen sei, so Tanja Hechler, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Universität Trier.

Bereits im ersten Lockdown sei der Anteil an Kindern mit psychischen Auffälligkeiten um 31 Prozent gestiegen. Im zweiten Lockdown nahmen die psychischen Probleme erneut zu, berichtet die Expertin gegenüber dem ZDF. Je länger der Stress eines Lockdowns anhielte, desto schlimmer würden die Konsequenzen.

Wie wichtig daher eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist, darauf macht jährlich am 7. März der „Tag der gesunden Ernährung“ aufmerksam. Zum 24. Mail wird dieser "Feiertag" vom Verband für Ernährung und Diätetik veranstaltet.

In diesem Jahr liegt der Fokus auf die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus, den Ursachen für die Erkrankung und der richtigen Ernährungstherapie.

Gesundheitsangebote der INTER unterstützen

Das richtige Gesundheitsmanagement und eine angepasste Ernährung sind bspw. bei Diabetes unerlässlich. Hierfür bietet die INTER eine Kooperation mit dem personalisierten Diabetesmanagement der Firma Roche Diabetes Care an. Die Accu Check Produkte sind auf die Bedürfnisse der Patientin bzw. des Patienten bei der Anwendung konzentriert und helfen dabei, den Körper und die Krankheit besser kennen zu lernen. Eine wichtige Voraussetzung für ein effektives Diabetes Management.

Weitere Services in unserem Portfolio an Gesundheitsmanagement und Gesundheitsprogrammen, finden Sie in unserem Service-Bereich. Gern berät Sie auch unser Service Center sowie Ihr(e) zuständiger Vermittler*in. Und last but not least - finden Sie hier noch unsere Tipps, die die Zeit im Homeoffice erleichtern.

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