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Demenz: Ein Leben verschwindet
05.01.2021

Demenz: Ein Leben verschwindet

Als ihr Vater nach einem Arztbesuch das erste Mal nicht am vereinbarten Treffpunkt stand, war das Durcheinander danach Stoff für eine Anekdote.

Als er das erste Mal vergessen hatte, wo er wohnt, Zeit, sich um seine Pflege Gedanken zu machen.

Doch das ist gar nicht so einfach musste Sandra T. feststellen, als sich die Anzeichen für eine Demenz bei ihrem Vater häuften. An wen kann man sich wenden? Wo finde ich das passende Pflegeheim? Wie finanziere ich eine Pflege? Die Antworten musste sie sich erst mal mühsam zusammensuchen.

Anfangs waren es Kleinigkeiten, die ihr Vater Rolf nicht mehr so richtig auf die Reihe bekam. Ein Wort, das dem passionierten Kreuzworträtsellöser partout nicht mehr einfallen wollte. Oder die alte Küchenuhr, die er nicht ablesen konnte, weil er das mit den Zeigern nicht mehr verstand. Aber – die Ausfälle nahmen zu und damit auch die Sorgen von Sandra T.

Mein Vater wird dement

„Irgendwann ist es mir über den Kopf gewachsen. Gottseidank waren die Kinder schon alt genug, so dass ich mich neben meinem eigenen Haushalt anfangs auch um seinen kümmern konnte. Aber mit der Zeit bekam ich Angst ihn allein zu lassen. Denkt er daran den Herd auszuschalten? Lässt er seinen Schlüssel liegen und steht vor der verschlossenen Haustür? Aus dem Mitkochen und gelegentlichen zum Arzt bringen wurde schleichend ein Fulltime-Job mit Waschen, Anziehen und ihn davon abhalten sonntags zum Einkaufen loszufahren“, erinnert sich die 48-Jährige.“ 

Für Kinder ist es ein Schock: Die Menschen, die einem das Schnürsenkel binden beigebracht haben, wissen plötzlich nicht mehr wie das geht. Trotz zunehmender Einschränkungen wollte auch der Vater von Sandra T. weiter zuhause bleiben. Und sie wollte ihm diesen Wunsch gern erfüllen. Doch je vergesslicher er wurde, desto mehr stellte sie sich die Frage: Kann ich das ohne Hilfe überhaupt schaffen? 

Anfangs war die ganze Situation eher wie eine Art Urlaubsvertretung. Nach dem Motto, für die paar Wochen kriegen wir das schon irgendwie hin. Als mir klar wurde, das wird jetzt nicht mehr anders. Wahrscheinlich wird es nur immer schlechter. Das war für mich emotional eine Achterbahnfahrt. Ich habe mich total überfordert gefühlt. Wie funktioniert das alles? Wo finde ich Hilfe?“ Irgendwann entschied sie sich, zumindest einen Pflegegrad zu beantragen.

Pflegegrad beantragen - Vollmachten rechtzeitig regeln

Um diesen Pflegegrad zu beantragen, wandte sich Sandra T. an die Krankenkasse ihres Vaters. Die angeschlossene Pflegekasse schickte Unterlagen und ein Gutachter prüfte die Situation zuhause. Da der Antrag vom Versicherten selbst gestellt werden muss, war dies auch ein guter Zeitpunkt, um Sandra T. mit den notwendigen Vollmachten auszustatten. Ein wichtiger Punkt, der frühzeitig geklärt werden sollte. Kann ein Elternteil nicht mehr selbst entscheiden, denken viele Kinder, dass die Betreuung oder Entscheidung automatisch ihnen zufällt.

Ein Trugschluss mit teils schwerwiegenden Folgen. Denn, wenn durch die Eltern keine Vollmacht erteilt wurde, setzt das Amtsgericht einen Betreuer ein. Das kann auch eine wildfremde Person sein, die im Zweifelsfall nicht weiß, welche Vorstellungen die Eltern bei einer Unterbringung haben.  

Hilfe für die Helfer- dringend notwendig

Viele Studien belegen, die körperliche und psychische Belastung von pflegenden Angehörigen ist hoch. Nicht selten kommt es aufgrund der Dauerbelastung zu Gewalt gegen die Pflegebedürftigen oder zu Erkrankungen bei den Pflegenden. 

Da mittlerweile fast zwei Drittel der Pflegebedürftigen zuhause gepflegt werden, bieten Einrichtungen wie  Krankenkassen oder das Bundesgesundheitsministerium Hilfe für die Pfleger an.

Hier fehlt jedoch oft die Anleitung. Zusätzlich zum Pflegen, muss sich der Angehörige auch noch durch Websites oder Formulare arbeiten, Anträge stellen und Unterlagen verwalten. 

Deswegen wurden in jedem Bundesland sogenannte Pflegestützpunkte eingerichtet und jeder Versicherte hat mittlerweile Anspruch auf eine individuelle Pflegeberatung durch die Pflegekasse.

Pflegeheim finden - Bedürfnis-Check vorab

Nach einem Krankenhausaufenthalt erkannte Vater Rolf seine Tochter zeitweise nicht mehr. Aus der kleinen Vergesslichkeit war durch die Krankheit eine handfeste Demenz geworden. Zusammen mit dem behandelnden Arzt entschied Sandra T., den Vater künftig in einem Pflegeheim unterzubringen.

Trotz guter Gründe, fiel ihr die Entscheidung nicht leicht. Würde sich der Vater dort wohlfühlen? Und was für eine Art Pflegeheim sollte es sein? Bei einem bundesweiten Angebot von 14.500 Pflegeeinrichtungen keine leichte Entscheidung. Um nichts zu vergessen erstellte sie sich eine Checkliste:

  • Welche medizinische Ausstattung braucht er?
  • Welche Freizeitangebote gibt es?
  • Wie sieht seine Verpflegung aus?
  • Wieviel Privatsphäre ist ihm wichtig, um sich wohl zu fühlen?
  • Gibt es Einzelzimmer, Mehrbettzimmer oder eventuell sogar kleine Wohneinheiten?
  • Wie weit sollte es maximal entfernt sein, damit ein regelmäßiger Besuch möglich ist?
  • Darf er private Einrichtungsgegenstände mitbringen?

Darüber hinaus bieten Krankenkassen und Verbände Online-Tools zur Pflegeheimsuche an. Über diese können Pflegeeinrichtungen aufgerufen und das Leistungsspektrum verglichen werden. 

Ein ganz wichtiger Punkt bei der Suche nach einem Pflegeheim war natürlich auch für Sandra T. der finanzielle Aspekt. Ersparnisse und Rente von Rolf T. reichten nicht aus, um die Kosten des Pflegeheims zu zahlen. Und wenn Eigentum in Form einer Immobilie vorhanden ist, wird diese zur Deckung der Kosten herangezogen. Damit wäre das mühsam aufgebaute Erbe für Kinder und Enkelkinder weg.

Pflege im Heim - die Rente reicht nicht

Im Durchschnitt kostet eine Pflege im Heim rund 3.000 EUR im Monat. Der Eigenanteil ist regional unterschiedliche und liegt zwischen 1.218 EUR in Sachsen-Anhalt und 2.252 EUR in Nordrhein-Westfalen. Kann sich ein Pflegebedürftiger den stationären Aufenthalt nicht leisten, weil die Leistungen der Pflegeversicherung, das Einkommen und das Vermögen nicht ausreichen, muss er Unterstützung beim Sozialamt beantragen. Dieses prüft, ob die Differenz zwischen dem Einkommen des Pflegebedürftigen und den Kosten für die Pflege nicht durch die Angehörigen finanziert werden können.

Was bietet die INTER Pflegetagegeldversicherung?

Auch die beste Pflegeversicherung kann natürlich nicht verhindern, dass geliebte Menschen dement werden oder anderweitig erkranken. Aber sie kann zumindest die finanziellen Sorgen nehmen. Sobald eine Pflege im Heim notwendig wird, reicht die Rente in den meisten Fällen nicht mehr aus, um die anfallenden Kosten für eine anständige Pflege von Vater oder Mutter zu zahlen.

Über die Pflegeversicherung, die seit 1995 in Deutschland Pflicht ist, können Pflegebedürftige und Angehörige die Kosten nur teilweise abfedern. Doch eine Vollpflege kann je nach Bundesland bis zu 4.500 EUR kosten.

Mit dem Abschluss der Pflegetagegeldversicherung der INTER sichern Sie sich und Ihren Angehörigen die Entscheidungsfreiheit. Unabhängig von Pflegegraden oder Art der genutzten Pflegeeinrichtung können Sie selbst entscheiden, wie und wo Sie gegebenenfalls untergebracht sein möchten. Die finanzielle Seite ist in jedem Fall gesichert.

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