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06.01.2022

Bluthochdruck: Muss das sein?

Bluthochdruck ist in der Bundesrepublik (und nicht nur da) eine wahre Volkskrankheit. Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland leidet darunter. Bei den über 65-Jährigen sind sogar fast zwei Drittel aller Frauen und Männer betroffen.

Was ist Bluthochdruck?

Wenn man von Bluthochdruck (Hypertonie) spricht, ist in der Regel der Blutdruck in den Arterien, also den vom Herzen wegführenden Blutgefäßen, dauerhaft erhöht.

Zum Hintergrund: Während des Herzschlags pumpt das Herz mit großer Kraft Blut in die Gefäße, welches dabei Druck auf die Gefäßwände ausübt. Diese setzen den sogenannten Gefäßwiderstand entgegen.

Beide Faktoren bestimmen den Blutdruck. Durch Anstrengung oder Stress kann er vorübergehend erhöht sein. Ist der Druck dauerhaft zu hoch, werden die Arterien geschädigt.

Wie wird der Blutdruck gemessen?

Gemessen wird der Blutdruck in Millimeter Quecksilbersäule, abgekürzt mmHg.

Beim Blutdruck werden bekanntlich zwei Werte angegeben: Der obere (systolische) Wert bezeichnet den Druck in den Blutgefäßen, während die Herzmuskulatur Blut in die Hauptschlagader pumpt.

Der Blutdruck in den Gefäßen während der Entspannungsphase der Herzmuskulatur nennt man den unteren (diastolischen) Blutdruck.

Bei Erwachsenen liegt Bluthochdruck vor,

  • wenn beim oberen (systolischen) Blutdruck Werte von 140 mmHg oder höher gemessen werden und/oder
  • wenn der untere (diastolische) Blutdruck Werte von 90 mmHg oder höher erreicht 

Bei Kindern ist der Blutdruck generell niedriger als bei Erwachsenen.

Bluthochdruck ist dabei nicht gleich Bluthochdruck. Je nach Wert wird die Hypertonie in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Die hier genannten Grenzwerte sind auch nur ein Anhaltspunkt.

Der Blutdruck ist kein konstanter Wert. Er kann sich im Tagesablauf ändern. Auch bei gesunden Menschen kann der Blutdruck bei Anstrengungen deutlich steigen.

Ausschlaggebend für die Frage, ob eine Hypertonie festgestellt wird, ist der durchschnittliche Blutdruck. Ärzte messen den Blutdruck daher in der Regel, wenn sich der Patient in einer ruhigen Situation befinden.

Welche Ursachen kann Bluthochdruck haben?

Wenn das Herz dauerhaft mehr Blut in die Blutgefäße pumpt, als es bei gesunden Menschen normalerweise der Fall ist, kann das eine Reihe von Ursachen haben.

Meistens entsteht Bluthochdruck durch das Zusammenwirken von Erbanlagen, Alter, Geschlecht und verschiedenen ungünstigen Lebensbedingungen und auch Ernährungsgewohnheiten.

Zu den Risikofaktoren für die Ausbildung einer Hypertonie zählen Übergewicht, hoher Kochsalz- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und Stress. Auch bestimmte Krankheiten (zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion) oder Medikamente können für Bluthochdruck sorgen.

Bei den meisten Menschen steigt der Blutdruck mit dem Alter an. Bei vielen Menschen, die unter Bluthochdruck leiden, lässt sich keine konkrete Ursache ermitteln.

Welche Folgeerkrankungen kann Bluthochdruck auslösen?

Bluthochdruck schädigt mit den Jahren die großen und kleinen Blutgefäße. Diese Schäden können zu Arterienverkalkung (Arteriosklerose), zu Entzündungen und zur Bildung von Blutgerinnseln führen.

Die Verengung der Gefäße kann zur Folge haben, dass es trotz des erhöhten Blutdrucks zu Durchblutungsstörungen kommt. Das kann zum Beispiel die Beine betreffen oder auch Organe wie die Niere.

Außerdem führt die dauerhafte erhöhte Anstrengung des Herzmuskels dazu, dass dieser sich mit den Jahren verdickt. Er wird insgesamt steifer und schlechter beweglich.

In der Folge kann die Pumpleistung des Herzens sinken, was unter anderem zu Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung führen kann.

Allgemein lässt sich sagen: Je höher der Blutdruck, desto höher ist das Risiko, dadurch zu erkranken. Ein ständig erhöhter Blutdruck kann speziell Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen und auch zu Organschäden führen.

Bluthochdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor für das Auftreten von Schlaganfällen und Herzinfarkten.

Bluthochdruck: Welche Symptome treten auf?       

Ein Problem beim Bluthochdruck ist, dass viele Betroffene gar nichts davon wissen. Denn eine Hypertonie kann lange ohne Symptome bleiben. Die treten dann oft erst auf, wenn der Blutdruck – zum Beispiel bei anstrengenden Aktionen – kurzzeitig sehr hohe Werte erreicht. Dann kann es etwa zu Schwindel, Sehstörungen, Ohrensausen oder Nasenbluten kommen.

Was macht der Arzt bei Bluthochdruck?

Welche Behandlung bei Bluthochdruck nötig ist, hängt vom Schweregrad und möglichen Begleiterkrankungen ab. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen nach der Diagnose Bluthochdruck das für Ihre Situation sinnvollste Vorgehen vorschlagen und Ihnen erläutern, was Sie selbst tun können.

Oft lässt sich der Blutdruck bereits durch eine Änderung der Lebensumstände soweit verbessern, dass auf die Gabe von Medikamenten verzichtet werden kann. Reicht das nicht aus, ist es möglich, den Blutdruck durch Medikamente zu senken.

Dabei sollten jedoch die Vor- und Nachteile abgewogen werden. Denn diese Medikamente können Nebenwirkungen haben.

Was kann man selbst gegen Bluthochdruck tun?

Menschen mit erhöhtem Blutdruck haben einige Möglichkeiten, diesen zu senken. Und wer befürchtet, dass er später einmal daran erkranken, kann vorbeugen. Das wirksamste Mittel dafür ist eine gesunde Lebensweise. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

Ernährung umstellen

Übergewicht gilt als Risikofaktor für Bluthochdruck. Abnehmen in Richtung des Normalgewichts kann den Blutdruck senken. Ein entscheidender Ansatz dazu ist eine Umstellung der Ernährung.

Dabei geht es aber nicht nur um die Menge der Kalorien und den Anteil an Obst und Gemüse. Eine wichtige Rolle spielt auch, dass wir häufig zu viel Salz zu uns nehmen. Es ist belegt, dass eine verringerte Aufnahme von Salz den Blutdruck senken kann. Alkohol sollte man nur mäßig genießen.

Mehr Bewegung

Viele Menschen mit Bluthochdruck würden von mehr Bewegung profitieren. Körperliche Anstrengung erhöht zwar kurzfristig den Blutdruck, hat aber langfristig eine blutdrucksenkende Wirkung. Denn neben den Muskeln werden so auch die Blutgefäße trainiert und dehnbarer. Auf Rauchen sollte man seinem Körper zuliebe verzichten.

Weniger Stress

Dauerstress treibt auch ständig den Blutdruck hoch. Oft ist Stress berufsbedingt und auf den ersten Blick schwer abzustellen. Es gibt aber auch hier Möglichkeiten, zum Beispiel zu versuchen, den Tagesablauf regelmäßig zu strukturieren und Pausen für Erholung und Entspannung einzuplanen.

Wir sind für Sie da!

Die INTER Versicherungsgruppe bietet eine Reihe von Gesundheitsprogrammen an, darunter sind auch Angebote, die für Menschen mit Bluthochdruck hilfreich sein könnten.

Quellen:

https://www.hochdruckliga.de/presse/informationen/bluthochdruck-in-zahlen

https://www.hochdruckliga.de/betroffene/bluthochdruck

Journal of Health Monitoring 2017, 12-Monats-Prävalenz von Bluthochdruck in Deutschland:
https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_2017_01_gesundheitliche_lage3.pdf?__blob=publicationFile

https://www.patientenberatung.de/de/informationen/gesundheit/bluthochdruck-hypertonie

https://www.gesundheitsinformation.de/bluthochdruck-hypertonie.html

https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/hypertonie/hintergrund

https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/hypertonie/folgeerkrankungen

https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/hypertonie/lebensstilaenderung

https://www.herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/bluthochdruck/systolischer-und-diastolischer-blutdruck

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