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Knochenschwamm Osteoporose
14.03.2023

Osteoporose: So halten Sie Ihre Knochen gesund

Bei Osteoporose, dem sogenannten Knochenschwund, werden die Knochen porös. Das heißt, sie werden durchlässig und können leicht brechen. Knochenbrüche, selbst bei kleineren Unfällen, und anhaltende Rückenschmerzen sind die Folge.

In Deutschland sind mindestens sechs Millionen, vor allem ältere Menschen davon betroffen. Meistens sind es Frauen. Die Krankheit ist behandelbar. Außerdem lässt sich das Risiko für Knochenbrüche durch bestimmte Verhaltensweisen und einen gesunden Lebensstil verringern. Hier erfahren Sie mehr.

Was ist Osteoporose?

Wie stabil unsere Knochen sind, hängt unter anderem von der Form und der Dichte des Knochengerüsts sowie dem Gehalt an Mineralstoffen ab. Wenn wir vom Knochengerüst sprechen, meinen wir ein System aus feinen Knochenbälkchen, das in unseren Knochen enthalten ist.

Diese sogenannte Spongiosa ähnelt vom Aufbau her einem harten Schwamm mit winzigen Hohlräumen. Bilden sich die Knochenbälkchen zurück, werden die Hohlräume größer, wodurch die Knochen weniger stabil werden.

Die Knochendichte lässt sich messen. Unterschreitet sie einen bestimmten Wert, sprechen Fachleute von einer Osteoporose. Es ist ganz normal, dass mit zunehmendem Alter die Dichte unserer Knochen abnimmt.

Bei Menschen, die von einer Osteoporose betroffen sind, geht die Knochendichte allerdings stärker zurück als normal. Das Risiko für Knochenbrüche, meist durch Stürze, steigt.

Die Erkrankung tritt vor allem bei älteren Menschen nach dem 50. Lebensjahr auf. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer – etwa doppelt so häufig.

Grund dafür ist das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Es bremst den Knochenabbau. Sinkt jedoch mit den Wechseljahren der Hormonspiegel an Östrogen, dann sinkt auch die Knochendichte schneller.

Osteoporose: Ursache und Risikofaktoren

Da die Stabilität unserer Knochen von mehreren Faktoren abhängt, können wir einige selbst beeinflussen. So erkranken beispielsweise Menschen, die im Laufe ihres Lebens auf viel Bewegung und eine ausgewogene, Kalzium- und vitaminreiche Ernährung geachtet haben, seltener an Osteoporose. Kalzium- und Vitamin-D-Mangel hingegen sind Risikofaktoren für die Entstehung der Krankheit. Kalzium ist der wichtigste Baustein für die Knochen. Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm.

Darüber hinaus sind bislang folgende Risikofaktoren für Osteoporose bekannt:

  • Untergewicht
  • Zu wenig Bewegung
  • Zigarettenkonsum
  • Starker Alkoholkonsum
  • Das Vorliegen anderer Erkrankungen wie Rheuma oder COPD
  • Die dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente, zum Beispiel Kortisonpräparate

Wie wird Osteoporose behandelt?

Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Osteoporose-Therapie, sowohl vorbeugend als auch im Krankheitsfall. Muskelaufbau verbessert auch die Stabilität der Knochen.

Das Training sollte immer an die jeweiligen Möglichkeiten angepasst werden. Das gilt besonders für Seniorinnen und Senioren und für den Fall, dass bereits eine schmerzhafte Osteoporose vorliegt.

Welches Training jeweils das individuell Richtige ist, sollten Betroffene gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt entscheiden. Eventuell ist eine gezielte Physiotherapie eine sinnvolle Option.

Darüber hinaus können Medikamente das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und das Risiko für Knochenbrüche senken. Dazu können sogenannte Bisphosphonate zum Einsatz kommen.

Sie bremsen den Knochenabbau. Eine solche medikamentöse Behandlung kommt infrage, wenn es bereits zu Knochenbrüchen gekommen ist oder wenn beispielsweise durch eine bereits stark verringerte Knochendichte das Risiko für Brüche erhöht ist.

Da die Medikamente aber auch Nebenwirkungen haben können, sollte die Entscheidung, ob sie eingenommen werden sollten, immer sorgfältig abgewogen und mit der Ärztin oder dem Arzt gemeinsam getroffen werden.

Vitamin D und Kalzium

Für Menschen mit Osteoporose ist es wichtig, ausreichend Kalzium und Vitamin D aufzunehmen. Den Kalziumbedarf können Sie gut über eine ausgewogene Ernährung sicherstellen. Der Mineralstoff ist vor allem in Milch und Milchprodukten enthalten.

Wenn Sie lieber auf Milchprodukte verzichten, können Sie auf kalziumreiches Mineralwasser und Gemüse wie Grünkohl, Spinat, Brokkoli sowie Hülsenfrüchte zurückgreifen.

Bei Vitamin D ist es mit der ausreichenden Versorgung nicht ganz so einfach. Die Versorgung durch die Nahrung abzudecken, ist schwierig, da nur wenige Lebensmittel gute Vitamin-D-Lieferanten sind. Dazu gehören zum Beispiel Lebertran und fettiger Fisch – bei vielen Menschen steht das nicht unbedingt auf dem täglichen Speiseplan.

Besser kann unser Körper Vitamin D selbst herstellen. Das funktioniert, wenn Sonnenlicht auf unsere Haut trifft. Allerdings ist das hierzulande nur in den Monaten zwischen Mai und September der Fall – und auch nur, wenn die Haut nicht mit Sonnencreme geschützt ist.

Darüber hinaus lässt im Alter die Fähigkeit unseres Körpers nach, Vitamin-D zu speichern. All diese Faktoren begünstigen das Auftreten eines Vitamin-D-Mangels vor allem im Winter und bei Seniorinnen und Senioren. Ein Bluttest in der Arztpraxis gibt Ihnen Gewissheit.

Eventuell müssen Sie den Mangel durch ein Vitamin-D-Präparat ausgleichen. Die Einnahme sollte immer nach ärztlicher Absprache erfolgen. Gleiches gilt auch, wenn Sie aufgrund eines starken Kalziummangel ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchten oder dies empfohlen bekommen.

Was können Sie selbst tun?

Neben Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung können Ihnen die folgenden Tipps helfen, das Risiko für Stürze und den Verlust von Knochendichte zu minimieren:

Stolperfallen vermeiden

Gestalten Sie Ihr Wohnumfeld so, dass Sie sich frei bewegen können und sich so wenig Stolperfallen wie möglich darin befinden. Dazu gehört zum Beispiel das Vermeiden von losen Teppichen, die verrutschen können oder lose Kabel sowie herumliegende Gegenstände. Wenn Sie bereits Probleme mit der Bewegungsfähigkeit haben, kann es sinnvoll sein, Ihr Zuhause barrierefrei umzubauen.

Rauchstopp und weniger Alkohol

Im Tabakrauch befinden sich Schadstoffe, die den Knochenabbau beschleunigen. Das Risiko können Sie senken, wenn Sie den Griff zur Zigarette vermeiden.

Der Konsum von viel Alkohol macht unvorsichtig und erschwert die Koordinationsfähigkeit – das Risiko für Stürze steigt. Trinken Sie Alkohol lieber in Maßen und achten Sie auf sich.

Hilfsmittel nutzen

Das Risiko für Knochenbrüche können Sie minimieren, indem Sie für eine optimale Sicht und gute Bewegungsfähigkeit sorgen. Das fängt mit einer guten Sehhilfe in der passenden Stärke an.

Außerdem können Sie Hilfsmittel nutzen, sei es ein Stock oder ein Rollator für mehr Stabilität. Hüftprotektoren können das Risiko für Hüft- oder Oberschenkelhalsbrüche senken. Dabei handelt es sich um spezielle Hosen mit eingenähten Schutzelementen, die unter der Oberbekleidung getragen werden.

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Quellen:

https://www.gesundheitsinformation.de/osteoporose-und-knochenbrueche.html

https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder/osteoporose#c8045

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