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Neues vom Pfeifen im Ohr
28.03.2023

Tinnitus: Das hilft gegen die Geräusche im Ohr

Tinnitus ist eine Wahrnehmungsstörung, die fast jeder kennt: Nach einem lauten Geräusch, zum Beispiel einem Knall, hören viele von uns ein Pfeifen im Ohr. Meist gehen die Ohrgeräusche nach kurzer Zeit von selbst wieder weg.

Manche Menschen hören sie aber dauerhaft, was im Alltag sehr belastend sein kann. Lesen Sie, was gegen Tinnitus helfen kann und welchen passenden Service die INTER Versicherungsgruppe für Sie zu bieten hat.

Was sind die Symptome?

Der Begriff Tinnitus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Klingeln“. Die Ohrgeräusche können von Betroffenen aber auch sehr unterschiedlich wahrgenommen werden. Zum Beispiel die Art des Klangs: Es kann ein Pfeifen, Summen, Brummen, Rauschen, Klicken oder Klopfen sein.

Das Geräusch kann gefühlt von außen kommen, aber auch in der Wahrnehmung von Betroffenen im Inneren des Kopfes entstehen. Dabei kann es kommen und gehen, aber auch dauerhaft da sein – auch in unterschiedlicher Intensität von kaum hörbar bis sehr laut. Halten die Ohrgeräusche länger als drei Monate an, spricht man von einem chronischen Tinnitus.

Je nach Ausprägung ist es für Betroffene gut möglich, mit den Beschwerden im Alltag zurechtzukommen. Sie können aber auch so stark sein, dass sie die Lebensqualität einschränken.

Ständige Anspannung, mangelnde Konzentration und Schlafstörungen können die Folge sein. Die meisten Menschen mit Tinnitus können normal hören.

Die Wahrnehmungsstörung kann aber auch einen Hörverlust zur Folge haben. Das kann ein Hörgerät notwendig machen. Außerdem kann das Gehör empfindlicher werden.

Betroffene empfinden eine laute Umgebung dann als besonders unangenehm und ziehen sich eventuell zurück. Eine solche zunehmende Isolierung kann schlimmstenfalls eine Depression nach sich ziehen.

Gut zu wissen: Sie sind damit nicht allein!

Auch wenn die Ohrgeräusche nur in Ihrem Kopf zu existieren scheinen, allein sind Sie damit aber nicht. Zwischen 5 und 15 Prozent aller Erwachsenen erleben irgendwann (meist ab dem 50. Lebensjahr) eine länger andauernde Phase eines Tinnitus. 10 bis 20 Prozent davon fühlen sich im Alltag so eingeschränkt, dass eine Behandlung notwendig wird.

Was sind die Ursachen?

Eine häufige Ursache von Tinnitus ist Lärm. Dieser schädigt die Sinneszellen der Hörschnecke im Innenohr. Das kann vor allem bei Menschen passieren, die sich häufig in einer lauten Umgebung aufhalten, beispielsweise bei der Arbeit mit lauten Maschinen wie Kettensäge oder Presslufthammer.

Tinnitus kann auch nach einem sogenannten Knalltrauma entstehen. Dabei ist das Gehör für kurze Zeit einer extremen Lautstärke ausgesetzt, beispielsweise bei einer Explosion oder einem Schuss aus nächster Nähe.

Es gibt aber auch Ursachen, die nicht auf äußeren Lärm zurückzuführen sind, beispielsweise wenn der Gehörgang mit Ohrenschmalz verstopft ist oder bei Erkrankungen wie einer chronischen Mittelohrentzündung oder Bluthochdruck.

Manchmal tritt Tinnitus als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auf. Ob auch Muskelverspannungen Tinnitus auslösen können, wird gerade erforscht.

So ernüchternd es für viele Betroffene ist, oft lässt sich gar keine Ursache finden. Man spricht dann von einem primären oder idiopathischen Tinnitus.

Gut zu wissen: Löst Stress Tinnitus aus?

Ob es einen Zusammenhang zwischen Stress und dem Auftreten von Tinnitus gibt, wird diskutiert, es fehlen aber noch ausreichende Belege dafür. Bislang gibt es auch keine Hinweise darauf, dass Entspannungsübungen nachweislich gegen Ohrgeräusche wirken.

Wie wird ein Tinnitus behandelt?

Ist die Ursache bekannt, kann der Tinnitus entsprechend behandelt werden. Sind die Ohrgeräusche Folge einer Erkrankung, zum Beispiel Bluthochdruck, wird diese zunächst behandelt. Dann sollte auch der Tinnitus verschwinden.

Schwieriger wird es, wenn die Ursache unbekannt bleibt. Dann geht es vor allem darum, Betroffenen den Alltag trotz Tinnitus zu erleichtern, zum Beispiel durch eine kognitive Verhaltenstherapie. Die kann die Ohrgeräusche zwar nicht verschwinden lassen, macht sie aber erträglicher.

Setzt der Tinnitus ganz plötzlich ein, kann eine Infusionstherapie, zum Beispiel mit Kochsalz, zum Einsatz kommen.

Gut zu wissen: So können Sie sich schützen

Um einem Tinnitus vorzubeugen oder zu verhindern, dass er chronisch wird, ist es wichtig, sich im Alltag so gut es geht vor lauten Geräuschen zu schützen. Meiden Sie nach Möglichkeit Orte mit sehr hohem Lärmpegel oder schützen Sie Ihr Gehör mit Ohrstöpseln oder speziellen Kopfhörern.

Tinnitracks: Mit Musik gegen Ohrgeräusche

Das neuartige Therapieverfahren Tinnitracks kann bei chronischem Tinnitus ergänzend zur Leitlinien-orientierten Therapie Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes zum Einsatz kommen. Die Therapie-App „Tinnitracks Neuro-Therapie“ wurde von der Sonormed GmbH entwickelt und nutzt Musik zur Behandlung der Ursache von Tinnitus.

Dafür können Sie Ihre Lieblingsmusik nutzen, die dann im Rahmen der Behandlung an Ihren Tinnitus angepasst wird. So können die Hörzellen, die für die Wahrnehmungsstörung verantwortlich sind, wieder ins Gleichgewicht kommen. Die App ist verfügbar für Android oder iOS.

Tinnitracks für INTER-Kunden: Ihre Vorteile

Die INTER Versicherungsgruppe ist Kooperationspartner von Sonormed. Das heißt, als INTER-Kunde ermöglichen wir Ihnen (abhängig von Ihren gewählten Selbstbehalten) im Rahmen der ambulanten Leistungen Ihres Tarifs eine Kostenübernahme, zum Beispiel für die Tinnitracks Neuro-Therapie-Jahreslizenz.

Weitere Informationen zu den Programmen und Kooperationspartnern der INTER finden Sie in unserem Gesundheitsservice.

Quellen:

www.gesundheitsinformation.de/was-hilft-bei-chronischem-tinnitus-und-was-nicht.html

www.gesundheitsinformation.de/ohrgeraeusche-tinnitus.html

www.tinnitracks.com/de/neurotherapie

register.awmf.org/assets/guidelines/017-064l_S3_Chronischer_Tinnitus_2021-09_1.pdf
www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Tinnitus-Bewegungstherapie-bei-verspanntem-Nacken,nackenverspannungen100.html

 

 

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