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AUsbildung trotz Corona
20.01.2021

Einstieg in die Berufswelt: Wie versichere ich mich richtig?

Jonas beschäftigt diese Frage. Er beginnt mitten in der Corona-Pandemie seine Ausbildung zum Friseur. Von vielen Bekannten hat er gehört, dass sie aufgrund der wirtschaftlichen Lage, um ihre Arbeits- und Lehrplätze bangen. Wofür soll er in diesen Zeiten Geld ausgeben?

Die eigene Krankenversicherung für Azubis

Zu den absolut unentbehrlichen Versicherungen zählt eine Krankenversicherung. Es ist zwar möglich, sein Neugeborenes privat zu versichern, obwohl die Eltern selbst gesetzlich versichert sind. Doch die wenigsten machen von dieser Option Gebrauch. Kinder sind in der Regel über ihre Eltern in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert. 

Das ändert sich, sobald ein Azubi im Rahmen des Ausbildungsvertrages ein eigenes Einkommen erhält. Dann muss er sich selbst krankenversichern. Er muss die passende Krankenkasse wählen, bei der er dann über den Arbeitgeber versichert wird

Bei einer schulischen Ausbildung mit Gehalt, kannst Du  als Lehrling bis zum vollendeten 25. Lebensjahr weiterhin beitragsfrei über die Eltern familienversichert bleiben. Dazu darf dein Einkommen nicht mehr als 445 Euro im Monat übersteigen. 

Wer vor der Ausbildung privat bei den Eltern mitversichert war, kann diesen Versicherungsschutz vorerst nicht weiter genießen. Denn sein Einkommen liegt unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze ab der eine private Krankenversicherung möglich ist.

Gehst Du davon aus, dass Du nach der Ausbildung die Voraussetzungen für eine private Krankenversicherung wieder erfüllen wirst? Dann kannst Du eine sogenannte Anwartschaft abschließen. Du musst Dich erst mal gesetzlich versichern, kannst später aber ohne erneute Gesundheitsprüfung in die private Krankenversicherung zurück.

Gut zu wissen: Beitragsentlastung im Alter

Es lohnt sich, den bezahlbaren Versicherungsschutz im Alter zu sichern. Das funktioniert indem Du in jungen Jahren einen etwas höheren Beitrag zahlst, von dem ein Teil in die sogenannte Altersrückstellung fließt. Dieses Geld wird verzinslich angelegt und sorgt dafür, dass die Beiträge nicht aufgrund des Alterns steigen.

Bei Abschluss eines solchen Tarifs kannst Du flexibel wählen, ab wann die Beitragsentlastung (zwischen 60 und 72 Jahren) losgehen soll. 

Berufsunfähigkeitsversicherung – wichtig für junge Menschen

Zu Beginn der Ausbildung lohnt es sich über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachzudenken. Denn wer berufs- oder erwerbsunfähig wird, erhält aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei weitem nicht die Beträge, die einem regulären Einkommen entsprechen. Das wird schnell klar, wenn man seinen ersten Renteninformationsbescheid erhält.

Ein weiterer Vorteil: Je jünger und gesünder man bei Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung ist, desto günstiger ist der jeweilige Beitrag.

Vorerkrankungen werden hier nämlich einkalkuliert. Ein wichtiger Punkt, auf den Du ebenfalls achten solltest: ab wann bist Du berufsunfähig? Denn wenn Du wenigstens stundenweise arbeiten kannst und dadurch ein Einkommen bleibt, gilt das nicht als berufsunfähig.

Private Haftpflichtversicherung für Missgeschicke

Wenn der Wurm drin ist: Missgeschicke passieren - vor allem im jugendlichen Überschwang. Von daher ist eine private Haftpflichtversicherung wichtig. Sie übernimmt Schäden, die Du einem Dritten zufügst. Oder wehrt seine Ansprüche ab, sollten sie unberechtigt sein. 

Als Kind oder Heranwachsender ist man über die Familienversicherung mitversichert und die Haftungsfrage kein Thema: Eltern haften für ihre Kinder. Mit Ende der Schulzeit stellt sich die Frage, wann muss ich mich eigentlich selbst versichern?

Wer an die Schule unmittelbar eine Ausbildung, eine Lehre oder ein Studium anschließt, ist automatisch über die Familienversicherung bei den Eltern mitversichert. Das gilt auch bei eventuell bestehenden Wartephasen zwischen Schule und Ausbildung. Die Ausnahme: Wer in dieser Phase schon eigenes Einkommen hat, muss sich selbst versichern.

Jetzt schon an die Rente denken

Ganz klar – die Rente ist in weiter Ferne. Es macht aber Sinn, bereits jetzt darüber nachzudenken, wie Du sie verbringen willst. Denn um später den Lebensstandard zu halten, solltest Du früh mit jeder Art Altersvorsorge anfangen.

Die Höhe der Rente hängt nämlich auch mit dem Zeitraum zusammen, in dem man anspart. Von einer fondsgebundene Police profitieren vor allem junge Menschen.

Der Zinseffekt sorgt bei langen Laufzeiten für attraktive Beträge bei der Auszahlung. Und der Auszahlungszeitpunkt kann oft sogar noch vor den eigentlichen Rentenbeginn gelegt werden.

Weitere wichtige Versicherungen für junge Menschen sind ganz vom individuellen Lebensstil abhängig. Wer nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln pendeln möchte, sondern mit dem eigenen Auto zur Ausbildungsstelle fährt, benötigt eine Kfz-Versicherung.

Ziehst Du von Zuhause aus und besitzt wertvolle Gegenstände wie ein teures Notebook oder ein teures Fahrrad? Dann kann eine Hausratversicherung sinnvoll sein oder sogar eine eigene Fahrradversicherung (sollte es sich um ein teures Fahrrad oder E-Bike handeln). Stell Dir einfach die Frage, ob Du die Wohnungseinrichtung nach einem Brand auf einen Schlag neu kaufen kannst. 

Am sinnvollsten scheint es, den Versicherungsbedarf auf die jeweilige Einkommens- und Lebenssituation abzustimmen und sich von Zeit zu Zeit die Frage zu stellen: Brauche ich was Neues?

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