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07.02.2023

Vorsorge für den Mann: Lassen Sie sich durchchecken!

Viele Krankheiten lassen sich besser behandeln, je früher sie erkannt werden. Deshalb ist es wichtig, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Das gilt natürlich für alle Geschlechter.

Dennoch gibt es Untersuchungen, beispielsweise die der Prostata, die nur für Männer in Frage kommen. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Untersuchungen, die Männer je nach Alter wahrnehmen sollten.

Sind Männer Vorsorgemuffel?

Männer rauchen mehr, trinken mehr und ernähren sich ungesünder als Frauen. Zu Vorsorgeuntersuchungen gehen sie allerdings seltener. Laut einer Erhebung des Robert Koch-Instituts (RKI) nehmen weniger als die Hälfte der Männer (40 Prozent) die Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung regelmäßig in Anspruch, bei den Frauen sind es 67,2 Prozent.

Über die Gründe lässt sich viel spekulieren: Vielleicht sind es männliche Stereotype wie Stärke und Risikobereitschaft, die Männer davon abhalten, sich um ihre Gesundheitsvorsorge zu kümmern. Vielleicht fehlt vielen aber auch das Bewusstsein dafür, dass Gesundheitsvorsorge bereits beginnt, bevor Beschwerden auftreten.

Doch unabhängig von den Gründen, kann man nicht oft genug betonen, wie wichtig es ist, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahr zu nehmen. Das zeigt sich am Beispiel Darmkrebs: Männer erkranken im Schnitt häufiger und früher daran als Frauen. Laut RKI sind es in Deutschland pro Jahr rund 33.000 Männer und 28.000 Frauen. Aber: Da die Tumore langsam wachsen, ist Darmkrebs gut behandelbar, wenn er in einem frühen Stadium erkannt wird.

Welche Untersuchungen sind wichtig?

Je nach Alter des Mannes sind verschiedene Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll. Sie sind freiwillig, werden aber ausdrücklich empfohlen, um Erkrankungen so früh wie möglich abzuklären und im Ernstfall behandeln zu können. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und den Privaten Krankenkassen (PKV) übernommen, wenn die Untersuchungen in einem bestimmten Intervall in Anspruch genommen werden. Für alle gilt jedoch jederzeit: Spätestens bei Beschwerden ist der Gang in die Arztpraxis ratsam.

Ab 35 Jahren: Hautkrebs-Screening und allgemeiner Check-up beim Hausarzt

Hautkrebs-Screening sowie Check-up werden für Frauen und Männer gleichermaßen ab einem Lebensalter von 35 Jahren alle zwei Jahre empfohlen. Dabei werden Sie erst einmal befragt, ob Sie Hautveränderungen bei sich beobachtet haben.

Anschließend kontrolliert die Ärztin oder der Arzt die Haut am gesamten Körper. Dazu gehören auch Kopf und Hautfalten. Die erste Untersuchung kann auch bei der Hausärztin oder dem Hausarzt erfolgen. Spätestens bei einem verdächtigen Befund, sollte dies von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Dermatologie abgeklärt werden.

Der Check-up ist eine „Rund-um-Untersuchung“, bei der es hauptsächlich darum geht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenkrankheiten oder chronische Erkrankungen wie Diabetes frühestmöglich zu erkennen. Zum Check-up gehören ein Blutbild, die Blutdruckmessung sowie die Kontrolle des Impfstatus. Er kann alle drei Jahre in Anspruch genommen werden. Einmalig übernommen wird außerdem ein Hepatitis-Screening (Hepatitis B und C).

Ab 45: Früherkennung Prostatakrebs

Nach Angaben des RKI werden in Deutschland jährlich etwa 63.400 Prostatakrebs-Neuerkrankungen diagnostiziert. Damit ist das Prostatakarzinom – so der medizinische Fachbegriff – hierzulande die häufigste Krebserkrankung unter Männern.

Ab 45 Jahren sollten sie sich daher jährlich die Prostata und die äußeren Geschlechtsorgane in einer urologischen Praxis untersuchen lassen. Dabei werden die Genitalien und die Lymphknoten in der Leiste abgetastet. Werden hier Veränderungen oder Unregelmäßigkeiten, beispielsweise Verhärtungen, festgestellt, kann eine Ultraschalluntersuchung zum Einsatz kommen. Wenn auffällige Befunde abgeklärt werden müssen, kann auch eine Gewebeprobe entnommen werden.

Gut zu wissen: Was ist ein PSA-Test?

Das Prostata-spezifische Antigen (PSA) ist ein Protein (Eiweiß), das nur in der Prostata gebildet wird. In geringen Mengen befindet es sich auch im Blut, beim PSA-Test wird also der PSA-Gehalt im Blut bestimmt. Je höher der Wert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tumor vorhanden ist.

Der Test bietet also die Möglichkeit, bösartige Veränderungen bereits in sehr frühem Stadium festzustellen. Allerdings bedeutet ein erhöhter PSA-Wert nicht zwangsläufig Prostatakrebs. Der Wert kann nämlich auch beispielsweise durch Entzündungen der Harnwege oder der Prostata sowie durch gutartige Veränderungen beeinflusst werden. Der PSA-Test ist nicht Bestandteil des gesetzlichen Früherkennungsprogrammes kann aber als Privatleistung selbst gezahlt werden.

Ab 50: Früherkennung Darmkrebs

Darmkrebs gehört zu den drei häufigsten Krebserkrankungen bei Männern und Frauen. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter, weshalb alle Geschlechter ab einem Lebensalter von 50 Jahren Anspruch auf eine jährliche Untersuchung zur Darmkrebsvorsorge haben.

Männer bis 55 Jahren haben hier die Wahl zwischen der jährlichen Entnahme einer Stuhlprobe mit Untersuchung auf sichtbares Blut oder zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren. Ab 55 Jahren umfasst die Kostenübernahme alle zwei Jahre einen Stuhltest oder zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren.

Ab 65: Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader

Männer ab einem Lebensalter von 65 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für ein Aneurysma der Bauchschlagader (Bauchaorta). Etwa zwei Prozent aller Männer zwischen 65 und 75 Jahren sind von einer solchen Ausbuchtung in der Bauchaorta betroffen. Der größte Risikofaktor ist das Rauchen, dicht gefolgt von Bluthochdruck.

Das Aneurysma kann lange unbemerkt bleiben, ohne Beschwerden zu verursachen. Dehnt es sich aber weiter aus, kann die Bauchschlagader reißen. Ein solcher Riss ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Es tritt schnell sehr viel Blut aus der Aorta in den Bauchraum aus, was zu plötzlichem Schwindel, Bewusstlosigkeit und schließlich zu einem Kreislaufzusammenbruch führt. Die GKV und PKV übernehmen einmalig für Männer ab 65 Jahren eine Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader.

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Quellen:

https://www.maennergesundheitsportal.de/themen/frueherkennung/mehr-zu-frueherkennung/#c383

https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebsgeschehen/Frueherkennung/Kapitel6_Frueherkennung.pdf?__blob=publicationFile

https://www.gesundheitsinformation.de/darmkrebs.html#H%C3%A4ufigkeit

https://www.kbv.de/html/gesundheitsvorsorge.php

https://www.privat-patienten.de/beim-arzt/arzt/arztbehandlung/

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/darmkrebs/definition-und-haeufigkeit.html

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/prostatakrebs-basis-infos-fuer-patienten-2592.html

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/frueherkennung.html

https://www.gesundheitsinformation.de/aneurysma-der-bauchschlagader-bauchaortenaneurysma.html#H%C3%A4ufigkeit

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